Mein Start in die Gartensaison

Mein Start in die Gartensaison

Draußen liegt Schnee, der Boden ist noch gefroren und trotz Schneeglöckchen liegt der Frühling gefühlt noch in weiter Ferne – das hindert mich aber nicht daran, in meine persönliche Gartensaison zu starten. Die letzten beiden Jahre habe ich auf der Fensterbank Tomaten, Gurken und Kürbisse vorgezogen und diese Mitte Mai ausgepflanzt. Alles eher provisorisch. Wir wohnen zwar auf einem Bauernhof, aber der Boden ist hier sehr sandig und – was noch viel schlimmer ist – es gibt eine ganze Menge Wühlmäuse mit großem Hunger. So wunderte ich mich in meinem ersten Anbaujahr, wieso meine Pflanzen einfach nichts wurden. Beim Harken des Beets dann die Erkenntnis – überall Gänge, Löcher und abgefressene Wurzeln. Im Jahr darauf pflanzte ich nichts mehr direkt ins Beet, sondern nutzte Gefäße wie bspw. Zementkübel als Hochbeete. Die Ernte war schon direkt viel besser.

Aber dieses Jahr soll es natürlich alles anders und vor allem besser werden. Und hoffentlich auch etwas organisierter. Zwar haben wir hier auf dem Hof viel Platz, unser Garten ist jedoch trotzdem platzmäßig beschränkt.

Die Vision

Neue Hochbeete, organisiertere Vorplanung, vielfältigere Ernte –  das sind meine drei Hauptziele für diese Saison.

Unser Garten ist noch genauso wie wir ihn übernommen haben. Außer, dass wir im Herbst radikal einige Büsche entfernt und die Rasenfläche vergrößert haben. Sonst ist aber noch nicht viel passiert. Der Plan einige Bäume umzupflanzen / zu entfernen und den freien Platz für Obst, Gemüse und Gartenhütte zu nutzen, besteht jedoch. Aber vorher muss erst unser Treppenaufgang fertig gestellt werden. Daher wird es auch dieses Jahr ein Provisorium im Garten geben – aber laut Vision natürlich ein organisiertes.

Neue Hochbeete

Im März bzw. April möchte ich zwei bis drei neue Hochbeete – wahrscheinlich aus Holz – bauen, um die Anbaufläche im Garten vergrößern zu können. Diese können dann auch bei Umbau / Umplanung des Gartens weiter genutzt werden.

Im letzten Jahr haben wir die provisorischen Hochbeete mit Mutterboden gefüllt. Die neuen Hochbeete sollen dieses Jahr jedoch quasi nach Lehrbuch gefüllt werden – das heißt, ich möchte die verschiedenen Schichten beachten:

Die Befüllung eines Hochbeetes.

Vorplanung

Die bereits bestehenden und die neuen Hochbeete möchte ich möglichst optimal bepflanzen. Im Januar habe ich bereits viel über Starkzehrer, Mittelzehrer und Schwachzehrer gelesen, sowie welche Gemüsesorten sich untereinander vertragen – so genannte Mischkulturen.

Nährstoffbedarf

Starkzehrer sind Pflanzen, die einen sehr hohen Nährstoffbedarf haben. Daher sollte der Boden ausreichend mit Nährstoffen versorgt sein. Im Herbst können Beete mit Kompost oder organischem Dünger versehen werden. Aber auch während des Pflanzwachstums im Beet sollten zusätzliche Nährstoffe hinzugefügt werden. Es empfiehlt sich im ersten Jahr in ein Beet Starkzehrer zu pflanzen. Dazu gehören u.a. Kartoffeln, Kürbisse, Melonen, Tomaten, Zucchini und diverse Kohlsorten.

Pflanzen, die einen Nährstoffanspruch zwischen Stark- und Schwachzehreren besitzen,  bezeichnet man als Mittelzehrer. Auch hier sollte der Boden ausreichend mit Nährstoffen vor der Aussaat und während des Wachstums der Pflanzen weiter versorgt werden. Zu den Mittelzehreren gehören bspw. Kohlrabi, Möhren, Paprika, Salat oder Zwiebeln.

Schwachzehrer sind sehr bescheidene Pflanzen und benötigen nur geringe Mengen an Nährstoffen. Das praktische ist, dass sie mit den Nährstoffen auskommen, welche die Mittel- und Starkzehrer dem Boden noch nicht entzogen haben. Das bedeutet, dass in einer Fruchtfolge nach Stark- und Mittelzehrer anschließend noch Schwachzehrer in einzelne Beete gepflanzt werden können.
Zu den Schwachzehrern zählen u.a. verschiedene Kräuter, aber auch Erdbeeren, Erbsen, Radieschen oder Feldsalat.

Mischkulturen

Dann kommt es auch noch bei der Planung eines Beetes auf die Nachbarschaft an. Auf eine gute Nachbarschaft. Natürliche Mischkulturen sind eigentlich eine natürliche Angelegenheit. Sich ergänzende Pflanzen wachsen gemeinsam an einem Ort, können hervorragend wachsen und sich gut entwickeln. Im Beet jedoch ist keine natürliche Mischkultur möglich – da muss man sich selbst drum kümmern.

Was sind die Vorteile solcher Mischkulturen?

  • Krankheiten und Schädlinge haben es schwer, sich einzunisten und zu verbreiten, wenn man beim Auspflanzen darauf achtet, dass keine Pflanzen nebeneinander gesetzt werden, die die gleichen Schädlinge anziehen
  • Pflanzen entnehmen dem Boden unterschiedliche Mengen an Nährstoffen und Wasser – in einer Mischkultur erhält jede Pflanze die optimale Nährstoffmenge
  • Die Wurzelwerke der verschiedenen Pflanzen kommen sich nicht ins Gedränge und bedrängen sich gegenseitig, wenn sich schlanke Pflanzen mit buschigen abwechseln

Nährstoffbedarfe und Mischkulturen in der Gartenplanung zu beachten wäre immerhin ein guter Anfang für eine nachhaltigere Anbaukultur.

Vielfältigere Auswahl

Auch die Auswahl soll dieses Jahr etwas mehr werden und sich nicht nur auf die Klassiker Gurke, Tomate und Kürbis beschränken. Stattdessen mehr Basics wie Zwiebeln, Knoblauch und Radieschen, aber auch Gemüse, was noch im späten Herbst geerntet werden kann.

Wie geht’s weiter?

Die letzten Wochen habe ich mich intensiv mit Auswahl und Vorplanung beschäftigt. Dabei ist tatsächlich ein Plan entstanden! Wie ich dabei vorgegangen bin und welche Ergebnisse dabei herausgekommen sind, möchte ich Euch gerne im nächsten Beitrag erzählen.

Im Doing steht nun der Kauf des Saatguts an – wenn Ihr da Tipps habt, worauf ich achten sollte oder welche Sorten / Anbieter zu empfehlen sind, bitte melden! Ich würde mich freuen!

Sind die Saamen da, kann auch die Anzucht auf der Fensterbank beginnen. Auch dazu wird es einen Beitrag geben. Da sieht man mal – auch wenn es gerade noch schwer fällt, an wachsendes Obst und Gemüse zu denken, lässt sich die Winterzeit mit Planung und Anzucht gut überbrücken ☺

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